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Ki-Agenten im Accounting und Controlling

KI-Agenten im Accounting und Controlling – Einordnung statt Hype

In diesem Video erklären Ihnen Fabian Meissner und Raphael Kissling, was KI-Agenten im Accounting und Controlling heutzutage wirklich leisten können, warum 95 % Genauigkeit im Finance nicht ausreichen und wie Sie KI sinnvoll einsetzen, ohne die Finanzfunktion zu riskieren.

Geldflussrechnung im Einzel und Konzernabschluss

Seit rund einem Jahr wird KI-Agenten nachgesagt, sie könnten ganze Finanzrollen autonom übernehmen. Doch während der Hype-Cycle maximale Erwartungen schürt, bleibt das Enttäuschungsrisiko hoch. Unsere klare Haltung dazu: Accounting und Controlling sind kein kreativer Akt. Wer die Finanzabteilung ohne die nötigen „Hausaufgaben“ mit KI betreibt, programmiert Fehlentscheide vor. 95 % Richtigkeit sind in diesem Bereich schlicht nicht genug – Nachvollziehbarkeit, Verantwortung und Prüfbarkeit sind nicht verhandlungsfähig.

Was KI-Agenten technisch bedeuten

Ein KI-Agent besteht meist aus drei Haupt-Bestandteilen: Einem Sprachmodell (LLM) für die Interaktion, klar definierten Prozessanweisungen und dem Zugriff auf Tools zur Ausführung. Wir setzen Agenten beispielsweise zur Vorbereitung von Rechnungen ein, die via Microsoft Teams instruiert werden. Entscheidend ist hierbei: Die Autonomie bleibt begrenzt. Der finale Versand erfolgt immer durch einen Menschen, und die Prozesslogik liegt sicher in einem Workflow-Tool wie Power Automate.

Controlling braucht Klarheit statt Variation

Im Controlling sehen wir wenig Spielraum für Agenten-Autonomie. Ein Finanzreport darf nicht von Variation leben – er muss Klarheit und Konsistenz bieten. Generative KI hingegen neigt naturgemäss zu Variationen, was im Finance ein Risiko darstellt. Ein Report, der Kennzahlen heute so und morgen anders ausweist, ist unbrauchbar. Saubere Daten und klare Strukturen bleiben daher das unverzichtbare Fundament. Wir ziehen klar vorgegebene Dashboards einem KI-Report vor, der sich ständig unkontrolliert verändert.

Echter Fortschritt durch das richtige Fundament

Trotz aller Vorsicht: KI ist kein reiner Hype. Sie ist extrem stark, wenn sie gezielt eingesetzt wird – etwa beim automatischen Auslesen von Bestelleingängen aus PDFs oder bei präzisen Umsatzforecasts unter Einbezug von Wetterdaten. In diesen Fällen liefert die Kombination aus Business Intelligence und KI einen enormen Mehrwert für die Planung.

KI wird bleiben. Die entscheidende Frage ist jedoch, auf welchem Fundament sie steht: Erst kommen die Datenqualität und die Definitionen, dann die Automatisierung und erst zum Schluss die KI. So entsteht echter Fortschritt, ohne die Finanzen zum Experimentierfeld zu machen.

Wenn Sie einen Sparringpartner suchen oder einen realistischen Start-Use-Case diskutieren möchten, melden Sie sich gerne bei uns.

Raphael Kissling
Partner
raphael.kissling@treuvision.ch
+41 43 222 59 99

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